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    SV Horn
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    Regionalliga Ost, 5. Runde: SC Columbia– SV Horn 1:0 (0:0), Tor Baumgartner 57.

    Neuer Kapitän: Richard Wemmer

    26.07.2010,

    Zur Person:

    Geboren:  18.02.1981
    Größe: 1,78
    Position: Mittelfeld
    Rückennummer: 10
    Vereine: Sturm Graz, TSV Hartberg, FC Gratkorn, LASK Linz, Red Bull Juniors Salzburg, LASK Linz, DAC Dunajska Streda
     

    Unser Mittelfeld-Regisseur und neuer Kapitän Richard Wemmer spricht über seine Karriere  - und warum er hier in Horn das ideale Umfeld hat, um seinem Traum vom Meistertitel näher zu kommen.

     
    Wo liegen deine fußballerischen Wurzeln?
    Meine fußballerischen Wurzeln liegen ganz klar beim SK Sturm Graz- ich habe dort 17 Jahre lang gespielt und bin alle Altersstufen und Akademien durchlaufen.
     
    Warum hast du dich damals für Sturm Graz entschieden?
    Als ich 5 Jahre alt war ging mein Vater mit mir zu einem Jugendturnier wo Sturm Graz, GAK und LUV Graz mitgespielt hat! Mein Vater sagte damals zu mir: „Such dir einen Verein aus, wo du gerne spielen möchtest...“ Und nachdem Sturm dieses Turnier gewonnen hat, hab ich mich für die Schwarz-Weißen entschieden.
     
    Du warst in Gratkorn ein Topspieler der Ersten Liga, hast dir dann beim LASK und bei den Red Bull Juniors schwer getan. Wie sieht dein Resümee aus?
    Ja, das stimmt. Ich war in Gratkorn das Um und Auf. Als ich dann meine Chance beim LASK und bei Salzburg nützen wollte, war ich dieser Sache mental einfach nicht gewachsen..Ich habe die Bundesliga unverständlicherweise auf ein Podest gestellt, und das hat mich damals mental sehr gehemmt. Und somit konnte ich dort meine Leistungen nicht abrufen! Bei Salzburg wollte ich dann wiederum zu viel -  da habe ich mir gedacht, dass ich alles in Grund und Boden schießen muss, weil ich von der Bundesliga komme, und das hat mich wiederum auch verkrampft. Mein Fazit ist wie überall im Leben: Ein gesundes Mittelmaß wäre genau richtig gewesen in beiden Fällen.
     
     
    Weswegen bist du dann zu DAC Dunajska Streda gewechselt?
    Ich hatte Angebote aus der zweiten österreichischen Liga, aber das hat mich zu diesem Zeitpunkt nicht interessiert -  ich wollte unbedingt ins Ausland und was erleben. Und dort habe ich einiges erlebt, was im Fußballsport nichts verloren hat! Der damalige DAC Trainer war Kurt Garger - und der kannte mich noch von Gratkorn Zeiten, und das erleichterte meinen Wechsel in die Slowakei seh.!
     
    Warum hat es da nicht geklappt?
    Also mein Bauchgefühl sagte mir damals: Nein - geh nicht dorthin, aber ich hatte keine andere Wahl, weil schon Transferschluss war und ich noch keinen Verein hatte. Somit habe ich mich entgegen meinem Bauchgefühl für die Slowakei entschieden. im zweiten Spiel sah ich die Ampelkarte und wurde für 5 Spiele gesperrt. Daraufhin hat mich der Präsident vom Training freigestellt und mich suspendiert. Dann bekam ich 3 Monate keinen Cent…und somit war das Abenteuer Ausland erledigt. Eine sehr negative Erfahrung in meiner Karriere, aber im Nachhinein vielleicht sogar hilfreich - alles ist irgendwann für irgendwas gut!
     
    Auf welchen Positionen hast du gespielt?
    Zentrales Mittelfeld, links Mittelfeld, hängende Spitze, Stürmer - also eigentlich alles im offensiven Bereich.
     
    Was ist, wenn es persönlich einmal nicht so klappt? Wie kommst du aus einem Wellental heraus?
    Naja, diese Erfahrung musste ich beim LASK, Salzburg und schlussendlich bei Dunajska Streda erleben. Es war keine angenehme Zeit für mich damals, aber was mich nicht umbringt, macht mich noch härter! Ich habe mich damals sehr viel mit dem mentalen Bereich beschäftigt, habe viele Bücher darüber gelesen - und jetzt ernte ich die Früchte meiner damaligen Arbeit. Jetzt weiß ich, wie der Hase läuft, und ich weiß, worum es wirklich geht. Was ich damals nicht wirklich wahr haben wollte. Aber das war ein Lernprozess für mich, der mir sehr geholfen hat. Man sagt nicht umsonst, dass man aus den schwierigen Zeiten am meisten lernt. Es wird immer wieder Rückschläge im Leben geben, aber jetzt komm ich einfach besser mit solchen Situationen zurecht. So schnell kann mich jetzt nichts mehr umhauen. Schlussendlich ist das wichtigste die Gesundheit, und das weiß man erst, wenn man Notsituationen zu überstehen hatte.
     
    An welchen Bereichen arbeitest du im Training?
    Bei dem Trainingsumfang, den wir in Horn haben, bleibt nicht viel Zeit, um selber noch einige Einheiten zu absolvieren, die man eventuell zusätzlich machen würde. Auf jeden Fall versuche ich wöchentlich an meiner Fitness, vor allem Stabilisation, zu arbeiten. Das heißt, die Körpermitte stärken, weil ich davon überzeugt bin, dass das das wichtigste ist für einen Sportler jeglicher Art. Ich hatte zu Anfangszeiten in Gratkorn immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen - sicher auch wegen dem Kunstrasen, aber letztendlich hat mir meine damalige Freundin - eine Fitnesstrainerin - ist sehr geholfen.
     
     
    Warum bist du von der Ersten Liga in der Slowakei in die Regionalliga nach Österreich gewechselt?
    Nach so einer schwierigen Zeit und viele negativen Schlagzeilen wie "bad boy" oder "er ist ein schwieriger Typ" usw. wollte ich einfach nur mehr Fußball spielen und Spaß haben. So wie es als Kind früher war, wo du raus gegangen bist in den Hof und einfach gespielt hast. Und nachdem bei unserem Trainer und Präsidenten der Spaßfaktor nie zu kurz kommt, fühle ich mich hier pudelwohl.
     
     
    Wie waren deine ersten Eindrücke, als du nach Horn gekommen bist?
    Meine ersten Eindrücke in Horn waren von Anfang an positiv. Ich weiß nicht warum, aber ich habe in Horn immer mehr gesehen als nur Horn den Regionalligaverein. Ich hatte von Anfang an Visionen mit diesem Verein, weil der Klub gut geführt ist, eine super Infrastruktur hat und weil es sich die Leute hier in Horn und im Waldviertel verdient hätte, einen Verein in der zweithöchsten Liga Österreichs zu haben. Mir sind die Leute hier in Horn in kürzester Zeit sehr ans Herz gewachsen, und diesen Leuten möchte ich den Meistertitel und Aufstieg schenken.
     
    Wie ist es, in der Regionalliga zu spielen?
    Das schwierige in der Regionalliga ist gegen die sogenannten kleinen Vereine zu gewinnen. Die meisten Vereine haben verständlicherweise viel Respekt vor dem Gegner Horn und somit versuchen sie nur zu verteidigen und tun für das Spiel gar nichts, weil sie mit einem Punkt zufrieden sind. Meister wird man aber nur, wenn man die sogenannten „kleinen“ Vereine nicht unterschätzt und diese Spiele gewinnt.....Zur Erinnerung die vermeintlichen Spitzenduelle in der RLO konnten wir fast alle für uns entscheiden. Ich bin felsenfest überzeugt, dass wir uns in der zweiten Liga leichter tun würden.
     
    Du hast in der abgelaufenen Meisterschaft deine Leistungen von Spiel zu Spiel gesteigert, auch wenn’s zum Schluss nicht zum Titel gereicht hat. Woran lag das?
    Wie schon gesagt, die Spitzenspiele haben wir gewonnen, aber gegen die sogenannten Underdogs haben wir uns schwer getan - wie z.B. Mattersburg, Ostbahn, Schwechat usw. ... um nur ein paar aufzuzählen. Wir müssen uns auf diese Spiele fokussieren und diese gewinnen. So wird man Meister!
     
    Du giltst als Freistoß-Spezialist. Hat man das in die Wiege gelegt bekommen oder muss man sich das erarbeiten?
    Naja, es ist so..... ein gewisses Talent dafür braucht man schon, und das wird dir in die Wiege gelegt oder nicht, aber um besser und besser zu werden, muss man es regelmäßig trainieren. Man kann aus einen Spieler, der von fünf Metern kein Hochhaus trifft, keinen Freistoß-Spezialisten machen, das geht nicht.
     
     
    Welche RLO-Teams siehst du am Ende der Saison ganz oben?
    Ganz oben sehe ich den SV Horn, weil wir einfach qualitativ die beste Mannschaft sind. Wir haben in dieser Sommer-Transferzeit den Stamm vom Vorjahr zusammen gehalten und uns punktuell verstärkt - und genau das ist das Geheimrezept des SV Horn! Ich weiß nicht, wie sich die anderen Vereine verstärkt haben - und ehrlich gesagt, interessiert mich das auch nicht .... meine vollste Konzentration gilt dem SV Horn!
     
     
    Was hast du dir für die nächste Saison vorgenommen?
    Ich habe mir vorgenommen, gesund zu bleiben, Spaß zu haben, mich fußballerisch und menschlich weiterzuentwickeln - und wenn dies alles eintrifft, resultiert automatisch der Meistertitel und Aufstieg mit dem SV Horn.
     
    Welche Ziele verfolgst du noch?
    Meine privaten Ziele sind, mir etwas aufzubauen, um auch nach meiner fußballerischen Karriere erfolgreich zu sein. Alles andere wie z. B die richtige Frau und Familienglück ergibt sich dann von selber…
    Wie ist die momentane Stimmung im Team?
    Die Stimmung in der Mannschaft ist hervorragend. Wir haben Spieler geholt, die menschlich und fußballerisch in die Mannschaft passen. Man kann sagen, wir haben jetzt eine Mannschaft, die sich das Prädikat Mannschaft auch verdient. Vorfälle wie letzte Saison, wo sich Spieler in die Haare kriegten, weil wir in Rückstand geraten sind, wird es nicht mehr geben. Zusammenhalt ist das wichtigste.
     
    Du bist der neue Kapitän des SV Horn. Wie legst du deine neue Funktion an?
    Es hat sich an meiner Funktion innerhalb der Mannschaft nichts verändert, nur dass ich jetzt halt die Kapitänsschleife am Platz spazieren trage… Das Gute an unserer Mannschaft ist, dass wir mehrere Kapitäne haben, das heißt, dass mehrere Verantwortung übernehmen - auf und außerhalb des Platzes - und das sehe ich als wichtigen Faktor. Eine Meister-Mannschaft besteht aus mehreren Führungsspielern, und die haben wir. Es dürfen alle ihre Meinung kundtun, und alle Spieler sind gleich wichtig von der Nummer eins bis zur Nummer 30.
     
    Mehr über Richie Wemmer auf seiner Homepage: http://www.richiwemmer.com/ 
     
     

    © SV Horn-Pressedienst, 2010
    Sarah Schrittwieser
     
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